Wissen · Tagesplanung
Tagesplanung: passt das Personal zur Maschinenzeit?
In Fertigungen, in denen Menschen mehrere Maschinen rüsten und betreuen — etwa im Spritzguss —, entscheidet der Plan für morgen über die Produktivität. Zu viel Personal kostet, zu wenig verschiebt Rüstungen. Die Tagesplanung macht das jeden Tag sichtbar.
Worum es geht
Am Plantag wird der nächste Produktionstag geplant: Welche Maschinen werden umgerüstet, wer ist in welcher Schicht da, wie viel Maschinenzeit ist zu erwarten? Daraus folgt, ob das eingeteilte Personal zur Maschinenzeit passt.
Am Tag danach werden die Ist-Werte erfasst und der Tag kurz reflektiert. Aus wiederkehrenden Abweichungen werden Massnahmen.
Zwei Kennzahlen
Gemessen wird nie gegen eine fremde Zahl, sondern gegen das eigene Werk. Ob ein Kmix von 2,5 gut ist, hängt vom Produktmix ab — deshalb ist der Massstab der Durchschnitt des eigenen Vorjahres.
- Kmix (Koeffizient des Produktionsmixes): wie viele Maschinenstunden auf eine Personalstunde kommen. Höher heisst, dieselbe Mannschaft betreut mehr Maschinenzeit.
- DLP (Direct Labour Productivity): die Abweichung vom eigenen Niveau des Vorjahres, in Stunden. Positiv heisst, die Maschinenzeit trägt mehr Personal, als eingeteilt ist; negativ, es ist mehr Personal da, als sie braucht.
Der Tagesablauf
- 1
Planen
Rüstplan und Schichtplan laden, Anwesenheit prüfen, Rüstkonflikte im Gantt erkennen. Daneben steht die Prognose für Maschinenzeit und DLP — mit einer Empfehlung in Worten.
- 2
Erfassen
Am Tag danach Maschinenstunden und Auftragszeit aus Leitrechner und Zeiterfassung eintragen. Daraus lernt die Prognose.
- 3
Abschliessen
Vier Leitfragen zu Personal, Umrüstungen, Maschinenzeit und Ausführung, je Ja oder Abweichung mit Kommentar, abgeschlossen mit Kürzel.
- 4
Handeln
Schlägt ein Muster an mehreren Tagen an, schlägt das Werkzeug eine Massnahme vor und verfolgt sie mit Verantwortlichem und Termin.
Starten ohne ein Jahr Daten
- Ab Tag 1: Rüstplan, Anwesenheit, Gantt und Rüstkonflikte.
- Mit Summen aus der Zeiterfassung und den Betriebsstunden eines vergangenen Zeitraums gibt es sofort einen Massstab — ein Quartal reicht.
- Ohne Altdaten legt das Werkzeug den Massstab nach den ersten erfassten Wochen fest.
- Mit jedem erfassten Tag wird die Prognose genauer.
Woher die Daten kommen
- Excel-Exporte aus SAP, ARBURG ALS, MPDV HYDRA oder jeder anderen Tabelle — einmal die Spalten zuordnen, danach liest jeder Import gleich.
- Namen aus dem Schichtplan werden nicht gespeichert, nur Kürzel. Krankheit und Ferien werden zu „abwesend“.
- Direkte Schnittstellen zu Leitrechnern sind geplant.
Die Tagesplanung läuft als Pilot
Sie wird gerade in einem Spritzgusswerk erprobt. Wenn Sie sie in Ihrem Werk einsetzen möchten, melden Sie sich — wir nehmen Sie auf die Liste und melden uns, sobald sie verfügbar ist.